Nichts ist so schlimm, wie wir fürchten, nichts so gut, wie wir hoffen.
„Mama? Schläfst du schon?
Weißt Du, ich habe schon wieder vom Fliegen geträumt. Ich habe die Flügel
gespreizt, habe Dich an der Hand genommen und wir sind einfach losgeflogen.
Papa haben wir da gelassen. Als Strafe für das, was er uns angetan hat.Ich weiß, ich soll nicht schlecht über Papa reden. Aber wieso nicht, Mama? Er hat Dir
doch so oft wehgetan. Mir auch. Heute schon wieder. Wieso tut er das,
Mama? Mag er uns denn nicht? Ist es wegen mir? habe ich als Baby oft geweint?
Will er mich deswegen nicht? Ich will auch einen Papa, der mich lieb hat. Der
mit mir auf den Spielplatz geht und mit mir spielt. Vor 2 Jahren war mein
Geburtstag. Er hat ihn vergessen. Es war mein 8.Geburtstag. Er hat ihn
vergessen. Ich vergesse seinen Geburtstag nie.Ich komme in der Nacht vor seinem
Geburtstag an sein Bett und gratuliere ihm. Manchmal male ich ihm sogar Bilder.
Bilder, auf denen wir alle zusammen auf einer großen Wiese spielen. Wieso
können wir nicht so sein wie auf den Bildern? Immer wenn ich diese Bilder sehe, spüre ich einen schrecklichen Schmerz in der Brust- genau an der Stelle, auf
die du immer gezeigt hast und gesagt hast 'Ich bin immer bei Dir. Genau hier '.
Es tut so weh, Mama und es will nicht aufhören. Ich gehe jetzt wieder schlafen, bevor Papa aufwacht und wütend wird. Gute Nacht, Mama...“ sagte sie,
streichelte die trockene Erde und verließ den Friedhof!

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